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Materialwissen

Trapezblech T35: Profil, Tragfähigkeit und Industrieeinsatz

T35-Trapezblech im Detail: 35 mm Profilhöhe, Pfettenabstände bis 3 m, ideal für Industriehalle und Großcarport. Alle Stützweiten, Stärken und Preise.

BB
Blechdachhandel Berlin
28. April 20269 Min. Lesezeit

Das T35-Profil ist das Arbeitspferd unter den Trapezblechen. Mit 35 mm Profilhöhe trägt es deutlich höhere Lasten als das T18 und überspannt Pfettenabstände von 2,4 m und mehr. Damit eignet es sich besonders für Industriehallen, Lagergebäude, Stallungen und große Carports. Dieser Ratgeber zeigt, wann sich T35 lohnt, wie hoch die Stützweiten realistisch sind und welche Materialstärke für welche Schneelastzone geeignet ist.

T35 im Überblick: Wann lohnt das Hochleistungsprofil?

Trapezbleche sind in vielen Profilhöhen verfügbar — vom flachen T6 für Wandverkleidungen bis zum hohen T100 für weitspannende Industriedächer. Das T35-Profil liegt in der oberen Mitte dieser Skala und hat sich seit den 1990er Jahren als Standard für mittlere bis größere Hallen etabliert. Anders als das verbreitete T18 ist T35 nicht für den Wohnbau gedacht, sondern auf landwirtschaftliche und gewerbliche Anwendungen optimiert. Es trägt mehr, überspannt mehr und sieht industrieller aus — drei Eigenschaften, die im richtigen Kontext genau gefragt sind.

Was ist das T35-Profil?

T35 bezeichnet ein Trapezblech mit einer Profilhöhe von 35 mm. Damit ist es fast doppelt so hoch wie das T18-Profil und bietet eine deutlich bessere Tragfähigkeit. Das Profil ist zudem statisch effizient gestaltet — die hohen Wellen wirken wie kleine Stahlträger.

Standard-Maße eines T35-Blechs

EigenschaftWert
Profilhöhe35 mm
Wellenabstand (Teilung)207 mm
Nutzbreite1.035 mm (5 Wellen)
Gesamtbreiteca. 1.080 mm
Längennach Maß, typisch 1 bis 12 m
Materialstärken0,5 / 0,63 / 0,75 / 1,00 mm
Gewicht (0,75 mm)ca. 6,4 kg/m²

Anwendungsbereiche von T35

T35 ist überall dort die richtige Wahl, wo Pfettenabstände über 1,5 m erforderlich oder große Lasten zu tragen sind. Klassische Einsätze:

  • Industriehallen und Lagerhallen: Spannweiten zwischen Hauptträgern bis 3,5 m bei 0,75 mm Stärke.
  • Landwirtschaftliche Gebäude: Maschinenhallen, Scheunen, Großstallungen.
  • Großcarports und Doppelcarports über 25 m²: Wenn weniger Pfetten verbaut werden sollen.
  • Werkstätten und Gewerbeobjekte: Höhere Schneelasten plus Begehbarkeit für Wartung.
  • Stallungen mit aggressiver Atmosphäre: In Verbindung mit PVDF- oder PVC-Beschichtung.

Für klassische Wohngebäude ist T35 oft überdimensioniert — hier reicht das T18-Profil in der Regel aus.

Statische Eigenschaften: Warum T35 mehr trägt

Die Tragfähigkeit eines Trapezprofils hängt nicht linear von der Stärke ab, sondern überproportional von der Profilhöhe. Das Widerstandsmoment, das die Biegesteifigkeit bestimmt, wächst quadratisch mit der Höhe. Konkret bedeutet das:

  • T35 hat ein etwa 3,8-fach höheres Widerstandsmoment als T18 bei gleicher Stärke.
  • Die Steifigkeit (für Durchbiegungsbegrenzung) ist 4,2-fach höher.
  • Der Materialeinsatz pro m² ist nur etwa 8 bis 10 % höher als bei T18.

Das macht T35 zur ersten Wahl, wenn größere Spannweiten oder höhere Lasten gefragt sind. Für reine Wohngebäude mit kurzen Pfettenabständen ist die zusätzliche Tragfähigkeit allerdings nicht nutzbar — hier reicht T18 völlig aus.

Stützweiten und Tragfähigkeit

Folgende Stützweiten gelten für ein T35-Profil in Schneelastzone 2 (sk = 0,85 kN/m²) bei 2-Feld-Auflagerung:

StärkeMax. StützweiteMax. LastEmpfohlener Pfettenabstand
0,50 mm1,80 m2,5 kN/m²1,60 m
0,63 mm2,10 m3,2 kN/m²1,80-1,90 m
0,75 mm2,40 m4,0 kN/m²2,10-2,20 m
1,00 mm3,00 m5,5 kN/m²2,60-2,80 m

Verbindlich sind in jedem Fall die Statik-Tabellen des konkreten Herstellers, da Auflagerart, Beschichtung und Lastannahmen den Wert beeinflussen. Bei Schneelastzone 3 reduzieren sich die Werte um 20-25 %.

Spezialformen des T35-Profils

Neben dem klassischen T35 gibt es einige spezielle Varianten, die für besondere Anwendungsfälle entwickelt wurden:

  • T35-Positiv: Standard, Hochpunkt nach oben, klassische Dachverlegung.
  • T35-Negativ: Umgedreht verlegt, Hochpunkt nach unten — für Wandverkleidungen mit visuellem Effekt.
  • T35.207-Profil: Wellenabstand 207 mm, üblicher Standard im deutschen Markt.
  • T35.250-Profil: Etwas breitere Welle, geringere Materialdichte pro Meter, leichter zu transportieren.
  • T35-Antikondens: Mit aufgeklebtem Vlies an der Unterseite gegen Tauwasser.
  • T35-Akustik: Mit Lochung für Innenraum-Akustik in Industriehallen.

T35 vs. T18 im direkten Vergleich

EigenschaftT18T35
Profilhöhe18 mm35 mm
Nutzbreite1.100 mm1.035 mm
Max. Stützweite (0,5 mm)1,20 m1,80 m
Max. Stützweite (0,75 mm)1,60 m2,40 m
Gewicht (0,5 mm)4,3 kg/m²4,7 kg/m²
Preis pro m² (0,5 mm)11-14 EUR14-17 EUR
HauptanwendungWohnhaus, CarportHalle, Gewerbe

Faustregel: Sobald der Pfettenabstand über 1,6 m liegen soll, ist T35 die wirtschaftlichere Wahl, weil die Unterkonstruktion deutlich günstiger wird.

Wann lohnt der Wechsel auf T35?

  • Pfettenabstand über 1,6 m: T18 trägt nicht mehr, T35 ist Pflicht.
  • Schneelastzone 3 oder höher: Mehr Profilhöhe sorgt für mehr Tragsicherheit.
  • Begehbarkeit erforderlich: T35 in 0,75 mm hält punktuelle Belastung von 100 kg deutlich besser ab als T18.
  • Photovoltaik geplant: Mehr Eigentragfähigkeit erleichtert die spätere Montage.
  • Industrieanwendungen ab 100 m²: Weniger Pfetten, weniger Montagezeit, geringere Gesamtkosten.

Photovoltaik auf T35: Statisch ideal

Photovoltaikanlagen werden zunehmend auf Industriehallen montiert — und T35 ist dafür statisch optimal geeignet. Die hohe Profiltiefe verteilt die punktförmigen Lasten der PV-Befestigungen besser als ein flaches Profil. Wichtig sind aber:

  • Mindeststärke 0,75 mm bei aufgeständerten Anlagen.
  • PV-Schienen werden im Hochpunkt der Welle befestigt, mit Lastverteilerplatte aus Aluminium oder Edelstahl.
  • Schraubenlängen mindestens 60 mm für sichere Verankerung in der Pfette.
  • Gesamtlast (Module, Schienen, Schnee) durch Tragwerksplaner nachweisen lassen.

Vorteile von T35

  • Hohe Tragfähigkeit: Pfettenabstände bis 3 m bei 1,0 mm Stärke.
  • Stabile Optik: Tiefe Wellenstruktur prägt Industrieoptik, beliebt im modernen Hallenbau.
  • Gute Hinterlüftung: 35 mm Profilhöhe schaffen automatisch große Lüftungsquerschnitte.
  • Photovoltaik-tauglich: Ausreichend Tragfähigkeit für Aufständerungen und Module.
  • Lange Lieferlängen: Bis 12 m am Stück möglich, ideal für Hallen ohne Längsstoß.

Grenzen des T35-Profils

  • Höhere Materialkosten: Etwa 20-25 % teurer pro m² als T18 in gleicher Stärke.
  • Höheres Gewicht: Bei 0,75 mm rund 6,4 kg/m² — Transport und Montage erfordern zwei Personen oder Hebehilfen.
  • Optisch markant: Die hohe Wellenstruktur passt nicht in jedes Wohnumfeld.
  • Mindestdachneigung 5°: Etwas niedriger als T18, dafür empfindlicher bei flachen Dächern (Stoßabdichtung erforderlich).

Materialstärken und Schneelastzonen

Empfohlene Stärken für T35 nach Schneelastzone (Standard-Lastannahmen, ohne Photovoltaik):

SchneelastzoneEmpfohlene Stärke (Halle bis 3 m Pfettenabstand)Empfohlene Stärke (Halle bis 2 m Pfettenabstand)
Zone 10,75 mm0,5 mm
Zone 20,75 mm0,63 mm
Zone 2a1,00 mm0,75 mm
Zone 31,00 mm0,75 mm

Mehr zur Berechnung: Schneelast für das Blechdach berechnen. Detaillierte Stärkenberatung im Ratgeber Trapezblech-Stärke wählen.

Verlegung und Befestigung von T35

Die Verlegung folgt grundsätzlich der gleichen Logik wie bei T18, allerdings mit angepassten Zubehörmaßen und höherem Aufwand wegen der größeren Tafelmaße:

Schraubenraster

  • Randbereich: Jede Welle, also etwa 5-6 Schrauben pro m².
  • Mittelbereich: Jede zweite Welle, etwa 3-4 Schrauben pro m².
  • Pfettenstöße: Jede Welle plus zusätzliche Schrauben am Längsstoß.

Längsstöße

T35-Längsstöße werden mit voller Wellenüberlappung ausgeführt. Im Stoß zusätzlich Nahtdichtung aus Butylband oder einkomponentigem Kleb-/Dichtstoff. Ohne Dichtung tropft im Schadensfall Wasser durch — vor allem bei flachen Dachneigungen unter 10°.

Querstöße

Querstöße sollten möglichst vermieden werden, weil sie zusätzlichen Verlegeaufwand und Undichtigkeitsrisiko schaffen. Bei Dachflächen über 12 m Länge ist eine Splittung jedoch unvermeidlich. Überlappung mindestens 200 mm, Pfette unter dem Stoß einplanen.

Beschichtungen für industrielle Anwendungen

Bei T35 spielt die Beschichtung eine zentrale Rolle, da das Profil oft in anspruchsvollen Umgebungen verbaut wird:

  • Polyester 25 µm: Standard für Lagerhallen ohne aggressive Atmosphäre.
  • PUR 50 µm: Erhöhte chemische Beständigkeit, ideal für Stallungen und feuchte Umgebungen.
  • PVDF 25 µm: Beste Farbtonbeständigkeit, geeignet für sichtbare Architekturanwendungen.
  • Plastisol 200 µm: Höchster mechanischer Schutz, für Industriehallen mit erhöhtem Stoßrisiko.

Preisniveau T35

Beispielpreise für T35 mit Polyester 25 µm Beschichtung (Stand 2026):

StärkePreis pro m² (Standardfarbe)Preis pro m² (Sonderfarbe)
0,50 mm14-17 EUR17-20 EUR
0,63 mm17-20 EUR20-24 EUR
0,75 mm20-24 EUR24-28 EUR
1,00 mm26-32 EUR32-38 EUR

Montage: Was bei T35 anders ist

  • Schraubenraster wie bei T18, jedoch mit längeren Schrauben (4,8x60 mm bei 0,75 mm Blech in Holz).
  • Längsstöße immer mit voller Wellenüberlappung und Nahtdichtung.
  • Bei großen Längen (>8 m) Hebehilfen oder Kran erforderlich.
  • Bei Stahlpfetten Bohrschrauben mit Edelstahlspitze und EPDM-Dichtscheibe verwenden.
  • Mindestdachneigung 5°, empfohlen sind 7° oder mehr.

Ausführliche Montagehinweise im Ratgeber Trapezblech-Montage.

Wirtschaftlichkeitsbeispiel: T35 vs. T18 für eine 200-m²-Halle

Eine typische Lagerhalle mit 200 m² Dachfläche, Pultdach, Schneelastzone 2:

PositionT18 (0,75 mm)T35 (0,75 mm)
Pfettenabstand1,6 m2,4 m
Anzahl Pfettenreihen (8 m Sparrenlänge)64
Pfetten gesamt (m, 25 m breite Halle)150 m100 m
Materialkosten Bleche3.400 EUR4.000 EUR
Materialkosten Pfetten (KVH 8/16)1.500 EUR1.000 EUR
Schraubenkosten320 EUR240 EUR
Gesamt5.220 EUR5.240 EUR

Die Gesamtkosten sind nahezu identisch — aber T35 spart durch weniger Pfetten viel Montagezeit (etwa 30 %) und führt zu einem ebenmäßigeren Dachbild. Bei Hallen lohnt T35 deshalb fast immer, auch wenn das reine Material etwas teurer ist.

Häufige Fragen zum T35-Profil

Kann ich T35 auch für ein Wohnhaus verwenden?

Technisch ja, gestalterisch und wirtschaftlich aber selten sinnvoll. Die hohe Wellenstruktur passt eher zu Industrieoptik. Für klassische Wohnhäuser eignet sich T18 oder T20 besser.

Wie lang darf ein T35-Blech am Stück sein?

Werkseitig sind bis zu 14 m machbar, in Sonderfällen 16 m. Über 12 m wird der Transport zur Hauptlimitation: Sondertransport mit Begleitfahrzeug erforderlich.

Welche Schrauben für T35 in Holz?

Standard ist 4,8x60 oder 4,8x80 mm mit EPDM-Dichtscheibe. Mehr im Ratgeber Die richtige Schraube für Trapezblech.

Fazit

T35 ist die richtige Wahl für Industriehallen, Lagergebäude, Stallungen und Großcarports — überall dort, wo Pfettenabstände über 1,6 m oder erhöhte Lasten gefragt sind. Mit 0,75 mm Stärke deckt das Profil 90 % aller Hallenanwendungen ab und bietet bei einem moderaten Aufpreis gegenüber T18 deutlich mehr Tragfähigkeit. Für reine Wohngebäude bleibt T18 der wirtschaftliche Standard. Wer plant, mit weniger Pfetten zu bauen, gewinnt mit T35 nicht nur an Stabilität, sondern spart oft auch bei der Unterkonstruktion. Direkt zu den Produkten: T35-Trapezbleche im Sortiment.

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