Warum Dachentwässerung so wichtig ist
Blechdächer leiten Wasser extrem schnell ab — deutlich schneller als Ziegel- oder Betondächer. Das ist ein Vorteil, stellt aber besondere Anforderungen an die Entwässerung. Zu kleine Rinnen oder zu wenige Fallrohre führen zu Überläufen, Fassadenschäden und feuchten Fundamenten.
Schritt 1: Dachfläche und Regenspende berechnen
Die Dimensionierung der Entwässerung richtet sich nach der sogenannten Regenspende — der Regenmenge pro Quadratmeter und Minute, die in Ihrer Region als Bemessungsregen gilt. In Berlin beträgt diese ca. 300 l/(s·ha). Multipliziert mit der Dachfläche ergibt sich der Wasseranfall, den Ihre Entwässerung bewältigen muss.
Schritt 2: Rinnenquerschnitt wählen
Je größer die Dachfläche, desto größer muss die Rinne sein:
- Halbrunde Rinne 100 mm: Für bis zu 30 m² Dachfläche (Gartenhaus, Vordach)
- Halbrunde Rinne 125 mm: Für bis zu 50 m² (Garage, Carport)
- Halbrunde Rinne 150 mm: Für bis zu 80 m² (Wohnhaus-Teilfläche)
- Kastenrinne 150 mm: Für größere Flächen — modern und leistungsfähig
Schritt 3: Fallrohre platzieren
Faustregel: Pro 50 m² Dachfläche ein Fallrohr (mindestens DN 75). Bei langen Rinnen (über 10 m) zwei Fallrohre — eines an jedem Ende. Der Abstand zwischen Fallrohren sollte maximal 15 m betragen.
Schritt 4: Gefälle der Rinne
Dachrinnen brauchen ein leichtes Gefälle zum Fallrohr hin: mindestens 0,5% (5 mm pro Meter Rinne). Bei einer 10 m langen Rinne bedeutet das 5 cm Höhenunterschied. So fließt das Wasser zuverlässig ab und Standwasser wird vermieden.
Material: Zink, Kupfer oder Kunststoff?
Zu Blechdächern passen Zink- oder Aluminiumrinnen am besten — gleiche Materialoptik und lange Lebensdauer. Kunststoffrinnen sind günstiger, aber weniger langlebig. Kupfer ist edel, aber teuer und kann bei Kontakt mit Zinkblechen zu galvanischer Korrosion führen.
